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Web 2.0 und Globales Lernen

Wie passen digitale Welt und Globales Lernen zusammen? Am 23.05.2012 findet in der Centralstation der Hochschule Darmstadt die wahrscheinlich erste Konferenz zum Thema „Globales Lernen digital – Entwicklung, Bildung, Internet“ statt. Die Konferenz richtet sich an Pädagogen, Studierende und Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen und soll sich der Frage widmen, wie schulische und außerschulische Lehrkräfte das Internet

für ihre Kommunikationsanliegen im Bereich des Globalen Lernens nutzen können. Darüber hinaus erfahren Kommunikationsverantwortliche von NGOs, wie sich Online-Kommunikation zur Werbung und Öffentlichkeitsarbeit für Globales Lernen einsetzen lässt. Die Konferenz ist ein Kooperationsprojekt der Hochschule Darmstadt, Fachbereich Media, und des Portals Globales Lernen der EWIK - Eine Welt im Internet Konferenz. Die Konferenz “Globales Lernen digital” findet im Rahmen der jährlich stattfindenden „mediale“ der Werkschau des Fachbereichs Media statt.

Das Konferenzprogramm macht einen sehr anspruchsvollen, dichten Eindruck. Den Organisatoren scheint es auf die Vermittlung einer hohen Wissensdichte anzukommen. Den Vormittag dominieren einführende Themen zum „Globalem Lernen in der digitalen Welt“, vertiefende Vorträge zur Verschneidung zwischen „IT, Entwicklungspolitik und Globalem Lernen“, grundlegende Fragestellungen über „freies Wissen und Globales Lernen“ sowie Fallbeispiele aktueller Projekte. Die Werkschau kann eine Diskussionsplattform auch außerhalb des Konferenzprogramms bieten. Klassische Themen des Web 2.0 wie „Positionierung: Facebook, Weblogs und ihr Einsatz in der PR“, „Projektmanagement: Verteiltes Arbeiten“, „Kommunikation im Web“ oder „Konzeption am Beispiel eines Projekts“ füllen die Workshops am Nachmittag. Ein durchaus ansprechendes, marktorientiertes und zielgruppenspezifisches Programm. Was mir persönlich beim Lesen des Konferenzprogramms fehlt, ist eine kritische Perspektive. Globales Lernen versteht sich als die pädagogische Antwort auf die Herausforderungen, die eine zunehmende Globalisierung an jeden Einzelnen von uns stellt. Hier würde ich erwarten, dass beispielsweise die Wirkungen des Internets kritisch hinterfragt werden. Stichworte könnten sein: Machtverhältnisse und Ungleichgewichte, Technologievorsprung oder das Eigentum an Kommunikationsmitteln.

Ein Beispiel: 16 % der Erwachsenen (759 Millionen Menschen) sind schon deshalb vom Internet abgekoppelt, weil sie nicht Lesen oder Schreiben können. In Europa leben 740 Millionen Menschen. Über die Hälfte der Analphabeten lebt in vier bevölkerungsreichen Ländern: Bangladesch, China, Indien und Pakistan. Auch in Ländern des südlichen Afrikas ist der Analphabetismus besonders hoch: In Burkina Faso, Guinea, Mali und Niger liegt die Rate bei 70 %. Damit lebt die überwiegende Mehrheit der Analphabeten in Ländern des Südens, sogenannten Entwicklungs- und Transformationsländern.

Ein zweites Beispiel: Circa 17 % der Weltbevölkerung haben Zugang zum Internet. Bei sieben Milliarden Gesamtbevölkerung auf der Erde sind das 1,2 Milliarden Menschen. In Nordamerika und Europa zusammen leben ca. 1,1 Milliarden Menschen. Diese Zahlen werfen eine zentrale Frage in der Auseinandersetzung mit der Globalisierung auf: Wie sind die Zugänge zu den weltweiten Ressourcen verteilt?

Darüber hinaus ist das Internet nicht nur ein technologisches, sondern vor allem ein kulturelles Phänomen. Die Frage „Was können wir mit dem Internet machen?“ greift hier zu kurz. Vielmehr muss die Frage „Was macht das Internet mit uns?“ im gleichen Atemzug mitgedacht, diskutiert und entsprechende Handlungsoptionen entwickelt werden. Gerade das Konzept des Globalen Lernens ist besonders gut geeignet, eine kritische Auseinandersetzung aus unterschiedlichen Perspektiven mit den Chancen und den Herausforderungen technologisch-kultureller Entwicklungen wie dem Internet zu unterstützen. So kann ich mir sehr gut vorstellen, auf einer Folgeveranstaltung dabei zu sein, die gerade im Sinne des Globalen Lernens mehr kritische Besinnung auf das Handeln in der eigenen Lebenswelt und kontroverse Diskussionen aus unterschiedlichen - vielleicht sogar aus Nord- und Südperspektive - bereithält.

Quellen: