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Mit gutem Beispiel voran

Wertschätzende Kommunikation in der Entwicklungspolitik

Ende letzten Jahres, am 04. November 2011, beging die Organisation „Tierärzte ohne Grenzen“ mit einer Fachtagung zur Zukunft der pastoralen Tierhaltung in Afrika in der niedersächsischen Landesvertretung, In den Ministergärten 10, 10117 Berlin, ihr 20 jähriges Jubiläum. Auf dieser Veranstaltung habe ich einen Werbefilm gesehen, der für mich beispielgebend für eine wertschätzende Kommunikation in der Auseinandersetzung mit dem Thema Entwicklungszusammenarbeit und für das entwicklungspolitische Fundraising sein kann.

Es ist keine neue Erkenntnis, dass die gerechte Gestaltung von Globalisierung in unserer Welt nur gemeinsam erreicht werden kann. Argumente, die alleinig den Ländern des Südens Entwicklungshemmnisse vorwerfen, sind genauso einseitig ausgerichtet wie Schuldzuweisungen den Ländern des Nordens gegenüber, sie würden in einer Form von Neoimperialismus die Welt ausbeuten und beherrschen. Damit diese gemeinschaftliche Aufgabe gelöst werden kann, ist eine neue wertschätzende Kommunikationskultur unter allen Beteiligten notwendig. Das betrifft nicht nur Staaten, Diplomaten oder andere hochdekorierte Schlüsselfiguren, sondern in erster Linie die Bevölkerungen, also jeden Einzelnen von uns. Dabei meine ich nicht, dass wir damit beginnen, unsere Vorurteile und Ängste zu verschweigen und allesamt so tun, als ob wir eine große harmonische Familie wären. Nein! Was ich meine, ist eine wertschätzende Ansprache im Umgang, in den Medien oder wo auch immer wir über „die jeweils Anderen“ in Süd, Nord, West oder Ost sprechen. Dabei ist eine wertmindernde, herabsetzende Ansprache in unserem Alltag weit verbreitet. Sprachliche Konstrukte wie „… Frauen und andere Gruppen von Behinderten ...“, Statements wie: „… in Europa wird wieder deutsch gesprochen“ oder Begrifflichkeiten wie „Naturvölker“ zu verwenden und Menschen damit als nicht-kulturnah zu klassifizieren. Unbestritten sollte inzwischen sein, dass diese sogenannten „Naturvölker“ genauso in unverwechselbaren Gesellschaften leben, die durch die jeweiligen kulturellen Praktiken geprägt sind, äquivalent den kulturellen Praktiken, die unsere Gesellschaft prägen und unverwechselbar machen.

Werbung setzt Geschichten und die Ansprache der jeweiligen Zielgruppen professionell in Storys, Bilder und Texte um. Dabei spricht die Werbung nicht nur über bzw. mit den Kunden, sondern gleichzeitig über das Selbstverständnis der Macher, des Unternehmens oder der Organisation, deren Produkte oder Dienstleistungen beworben werden. Es würde zu weit führen, hier auf Beispiele einzugehen. Vielmehr möchte ich hier ein positives Beispiel für eine aus meiner Sicht sehr gelungene Kommunikation aus der entwicklungspolitischen Arbeit vorstellen.

Der für mich wichtigste Aspekt an diesem Film ist das wertschätzende Bild, das von den Zielgruppen in den Projekten gezeichnet wird, die „Tierärzte ohne Grenzen“ unterstützt. Sie werden als emanzipierte Persönlichkeiten - als Akteure auf Augenhöhe - dargestellt. Das Bild eines leidenden Hilfeempfängers, das so oft bemüht wird, um Spenden einzuwerben, wird nicht bedient. Es wird berichtet, dass „Tierärzte ohne Grenzen“ den TierzüchterInnen dabei hilft, ihre Tiere gesund zu erhalten und damit das Leben der gesamten Dorfgemeinschaft gesichert wird. Zuschreibungen plakativer Rollen wie die der HilfeempfängerIn oder der HilfegeberIn bleiben aus. Der Film vermeidet gekonnt eine touristische Perspektive. Vielmehr wird eine Partnerschaft zum Wohle der Tiere dargestellt, von der alle Menschen in dieser Gemeinschaft profitieren. Aus dieser Partnerschaft erwächst Hoffnung, die in diesem Trailer zugegebenermaßen idealisiert und überzeichnet wird. Der Film kann Menschen in den Ländern des Nordens helfen, eine neue Perspektive auf Entwicklungszusammenarbeit zu entwickeln. Für alte Hasen wird dieser Trailer vielleicht ein Wachrüttler sein. Ein Wachrüttler insofern, dass „Kinderaugen“ nicht das alleinige Mittel zur Spendenakquise sind. Wie ich finde, ein gelungenes Beispiel wertschätzender Kommunikation und Ansprache in der entwicklungspolitischen Arbeit und dem Globalen Lernen.

Seht selbst:

 

Quellen: Tierärzte ohne Grenzen e.V.