>!-- -->
Follow us on Twitter
QR-Code dieser Seite
feed-image
...und tälich grüß der Kaffee mir!

...und täglich winkt ein Kaffee mir!

Ein ganz persönliches Projekt

FacebookMySpaceDiggDeliciousStumbleuponGoogle BookmarksRedditNewsvineTechnoratiLinkedinMixxPinterest
 

Seychellen

Kategorie der Seychellenreise

Seychellen

 Johannes und Anton im Faltboot auf dem Wasser um die Seychellen

Mit Faltboot und meinem einjährigen Sohn auf den Seychellen.

 


Seekarte der Hauptinsel Mahe der Seychellen Anse au Pins Charlette Residence Point au Sel Anse Royale Cap Lascare Anse a la Mouche Anse Barbadon Victoria Bel Ombre Grand Anse Port Glaud Therese Island Conseption Island North East Point Eden Island Seychelles International Airport Morne National Park Südtour Nordtour Osttour Westtour


Ich weiß nichts wie es Euch geht? Am Anfang jeder Reise steht eine Idee. Meist nur vage taucht sie am Horizont auf, gewinnt an Raum und je nachdem wie sie durch die äußeren Umstände genährt wird, kann sie wachsen oder verloren und schwach wieder hinterm Horizont verschwinden. Wie kam es also zu der Idee mit dem Faltboot auf die Seychellen zu fahren und was waren die Impulse, die der Idee Nahrung und ihr ihre finale Gestalt gaben.

Irgendwann Anfang August 2013, wir waren gerade mal zwei Wochen von unserer Fahrradtour entlang des Ostsee-Radwanderweges zurück und mein damals neun Monate altes Söhnchen hatte seinen ersten Zelturlaub mit Begeisterung erlebt, stöberte ich eines Abends ohne bestimmtes Ziel durch einige Flugportale im Internet.

Wie immer an solchen Abenden sehe ich mir Flugpreise von Zielen an, wo ich schon einmal war und ich die Regionen gern noch mal besuchen würde. Darunter sind meist Ziele in Indien, Vietnam, Brasilien, im Sudan oder im südlichen Afrika. Meine Recherchen streifen aber auch neue, bisher noch nicht bereiste Ziele, die mir eher gelegentlich, aber immer mal wieder in den Kopf kommen. Dazu zählen unter anderem die Malediven, Kamtschatka, die karibischen Inseln oder Inselstaaten in der Südsee wie Mikronesien. Meist enden die Recherchen der neuen Ziele mit der Erkenntnis, dass die Flüge dorthin gerade zu teuer sind oder andere Aufgaben auf mich warten, die eine Reise in absehbarer Zukunft nicht zulassen.. So war das bis dahin auch für die Seychellen.

Doch an diesem Abend war's anders: Das Flugportal www.fluege.de spuckte einen Preis von ca. 800 Euro für ein Return-Ticket für einen Erwachsenen im Zeitraum November/Dezember aus. Sonst waren es immer um die 1500 Euro oder mehr. Das Ganze auch noch mit Emirates, einer Fluggesellschaft, die ich durchaus gern fliege, wenn ich die Wahl habe.

Die kommenden zwei Tage gingen mir das Ziel und der Preis nicht mehr aus dem Kopf. Ich testete die Flüge von Frankfurt (FRA) nach Mahé (SEZ) immer wieder und langsam, quasi schleichend von der Seite schob sich auch mein Faltboot in die Szenerie, welche bereits ganz klar vor meinem geistigen Auge Gestalt annahm.

Da wollte ich schon immer mal hin! Die Gelegenheit konnte ich mir nicht entgehen lassen. Also in die Details hineingedacht. Meine Lebensgefährtin muss arbeiten. Ceddy, unser großer Sohn in unserer Patchworkfamilie muss während dieser Zeit in die Schule. Ich kümmere mich praktisch jeden Tag um den Kleinen. Da gibt es keine Alternative. Der muss also mit! Ein tolles Gespann: Vater und Sohn mit dem Faltboot um die Seychellen. Das war ein Plan nach meinem Geschmack!

Bevor ich Nägel mit Köpfen machen konnte, noch einmal kurz die Freigepäckgrenzen, sowie die minimalen und maximalen Gepäckmaße zwischen den infrage kommenden Fluggesellschaften gecheckt. Es blieb bei Emirates. Und so wurden am 17.08. zwei Tickets gebucht: Ein Erwachsener und ein Baby am 06.11. um 14:25 Uhr von Frankfurt/Main nach Mahé und am 02. Dezember zurück.


Flug gebucht, und nun? Auf einmal wurde es ernst. Der Abflugtermin war gesetzt und so langsam stiegen in meiner Lebensgefährtin und Mutter meines Sohnes die Zweifel auf, ob das Projekt, mit dem Paddelboot auf die Seychellen, so das Geeignete für den Kleinen sei. Mein Vertrauen in Phillipp Anton, so sein Name - ich werde ihn ab jetzt Anton nennen - nahm ich vor allem aus meinen Erfahrungen von der Fahrradtour. Auf der Tour hatte er so viel Spaß und kam so wunderbar damit zurecht, jeden Tag an einem anderen Ort zu sein und im Zelt zu schlafen, dass ich für die Alltagsgestaltung auf einer Paddeltour keine Probleme sah. Bis dahin war er allerdings noch nie Faltboot gefahren und so war ein wichtiges Kriterium für die Realisierung dieser Tour, dass Anton gut mit dem Faltbootfahren zurecht kommt.

Auch wenn die Flüge gebucht waren, war in diesem frühen Stadium der Vorbereitung noch nicht klar, ob die Tour tatsächlich stattfinden konnte! Eine Tour ohne Anton kam jedoch nicht infrage was bedeutete, dass er derjenige ist, der bestimmt ob und wie das Projekt stattfinden kann, der Tourverlauf angepasst oder die Tour eventuell ganz abgeblasen werden muss.

Die Konsequenz in dieser Frage trug, so glaube ich, ganz entscheidend dazu bei, dass meine Lebensgefährtin, auch wenn es ihr schwerfiel, langsam Vertrauen in dieses nicht so alltägliche Vorhaben entwickelte. Die Sorge um ihn und sein Wohlergehen treibt aber nicht nur sie um. Auch für mich ist diese Sorge Maßstab für meine Entscheidungen und mein Handeln. Ich bin davon überzeugt, dass es wichtig war, sie in alle Vorbereitungsschritte möglichst eng einzubinden um Vertrauen in das Projekt und in Anton zu fassen. Ebenfalls hat die gemeinsame Fahrradtour davor ganz entscheidend dazu beigetragen, dass sie sich Anton und mich auf dieser Tour vorstellen konnte. Auch wenn natürlich ein gutes Stück Unsicherheit bleibt, bin ich sehr glücklich, dass sie dieses Vorhaben mitträgt.

Voraussetzung dafür, die Unsicherheit nicht anwachsen zu lassen, werden auch dieser Blog und häufige telefonische Updates sein, die wir als Grundlage für unser gegenseitiges Vertrauen in das Projekt realisieren wollen.

Bevor es losgehen konnte, waren noch einige Trainings mit Anton notwendig. Ich wollte sehen wie sich Anton verhalten würde und ob eine solche Tour überhaupt mit ihm realisierbar ist. Die wohlweislich mitgebuchten Reiserücktrittsversicherungen verschafften Anton und mir den nötigen Spielraum dafür.


Antons Vorbereitung für die große Fahrt umfasste sehr einfache, fundamentale aber wichtige Dinge. Ein wichtige Aspekt war, dass sich Anton an eine Schwimmweste gewöhnen müsste. Ich kaufte eine Craft 0 - 15 kg. Schon nach wenigen Minuten war der Friede vorbei und Anton verweigerte jede weitere Kooperation. Ich hatte das Gefühl,

daß die Kopfbewegungen durch den Kragen zu sehr einschränkt wurden. Zudem klappte der Kragen bei seiner Krabbelhaltung immer auf den Hinterkopf. Ich glaube, das hätte mir in seiner Situation auch nicht gefallen und sein Ningeln nahm kein Ende. Zufällig entdeckte ich bei Yachtausrüstung Hamburg am Rödingsmarkt eine andere Schwimmweste, die Secumar Bravo Print 5 - 10 kg. Ich entschied mich spontan die Weste zu kaufen. Schlimmer konnte es ja nicht werden und es musste ja eine Alternative her. Die Verkäuferin gestand mir zu, dass ich die Weste bei Nichtgefallen/Nichtfunktion am nächsten Tag zurückgeben könne. Das erleichterte die Kaufentscheidung.

Ob die Verkäuferin nun von dem Produkt so überzeugt war, dass sie sich so kulant verhielt, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Jedenfalls entpuppte sich der Kauf der Schwimmweste als genau die richtige Enscheidung und Antons Abneigung gegen Schwimmwesten war Geschichte. Besonders viel mir auf das bei diesem Modell die Schwimmkörper etwas dünner waren und der Kragen eben nicht auf den Hinterkopf klappte, wenn Anton damit krabbelte. Nun ließ ich Anton täglich eine längere Zeit in der Schwimmweste herumkrappeln und er gewöhnte sich ohne weitere Probleme daran. Ein wichtiger Schritt war also getan.

Bevor wir mit dem Faltboot eine erste Fahrt machen konnten, sollte sich Anton an das Boot gewöhnen. So spielte ich mehrere Male mit ihm im und um das aufgebaute Boot auf dem Trockenen. Ich setzte ihn in das Boot und bewegte das es sanft hin und her. Auch dies klappte gut und er fasste langsam Vertrauen. Dann noch einmal eine Gewöhnung im flachen Wasser, indem ich das Boot hinter mir herzog oder es seitlich führte. Wunderbar! Er fand das Fahren und das leichte Schaukeln gut.

Nun konnte die erste Fahrt auf dem Wasser starten. Die sollte auf der Trave zwischen Wensin und Bad Segeberg stattfinden. Neben Anton war auch Ceddy dabei. Einmal weil Ceddy auch mitfahren wollte und zum anderen für den Fall, dass ich paddeln müsste und Anton bespaßt werden wollte. Wir hatten uns einen schönen Sonnen-Sonntag ausgesucht und alles verlief glatt. Wir waren kaum auf dem Wasser als Anton einnickte und den größten Teil der Strecke seelenruhig schlief. Offensichtlich vertraute er der Situation. Eine zweite Fahrt verlief ähnlich problemlos und er fand sich im Boot sehr gut zurecht.

Blieb nur noch ein wichtiger Aspekt der Vorbereitung, der gerade für die Tropen wichtig ist. Anton musste bis es los ging, allein aus seiner Trinkflasche Wasser trinken können. Aber auch das schaffte er in den Wochen bevor es losging problemlos. 

Somit war getan, was mit einem kleinen Passagier wie Anton getan werden kann. Er war geimpft. Sowohl das Paddeln als auch das Zelten stellten keine Probleme dar und ein Gästezimmer zur Akklimatisation und letzten Vorbereitungen vor Ort während der ersten drei Tag war gebucht.


Bevor es los gehen kann will so eine Reise vorbereitet sein. Während man für viele Reiseziele und Reisearten irgendwelche Webseiten findet, die mit Erfahrungsberichten die Vorbereitungen erleichtern, ergab die Kombination aus Faltboot/Kajak und Seychellen nur eine magere Ausbeute an Suchergebnissen. Die erste und entscheidenste Frage war,

wer schon mal mit einem Baby eine Paddeltour gemacht hat. Bis auf eine Webseite die über eine Fahrt in Nordamerika berichtete, konnte ich nichts finden. Zusammenfassend machte der Bericht Mut auch deshalb weil die Autorinnen mit einem noch jüngeren Baby als Anton unterwegs waren. Später dann, als die Frage nach dem "ob überhaupt" positiv beantwortet wurde, erfuhr ich, dass eine meiner Kolleginnen ähnliche Touren mit Ihren Kindern gemacht hat als die Kinder klein waren.

Zur Frage nach dem Reisen mit Paddel- oder Faltbooten um die Seychellen fand ich lediglich ein paar kommerzielle Seiten von Anbietern auf den Inseln die wenig informativ und für meine Zwecke nicht sehr hilfreich waren. Also blieb mir nichts weiter übrig als auf eigene Erfahrungen von anderen Reisen zurück zu greifen.

Als nächstes galt es eine Unterkunft zu finden, die einerseits preiswert und andererseits in der Nähe des Flughafens Mahé als Start und Zielpunkt dienen konnte. Das war etwas schwierig da ich, bisher noch nie vor Ort, mich ausschließlich auf die Beschreibungen im Internet, Google Maps und Google Earth verlassen musste. Die Webseite www.seychelles.travel war hier ausgesprochen hilfreich und nach dem Anschreiben mehrerer Anbieter war die richtige Unterkunft, Residence Charlette, Turtle Bay, im Süden von Mahé bald gefunden.

Nach und nach kamen die im Internet bestellten Ausrüstungsgegenstände zu Hause an und Stück für Stück füllten sich die vier 35l wasserdichten Packtaschen und das 20 kg Paket, dass ich beabsichtigte im Vorfeld an meine Ankunftsadresse zu schicken.

Die Variante mit dem Paket entstand nachdem ich den Flug gebucht hatte. Einkalkuliert hatte ich die von Emirates angebotenen 10kg Sportgepäck, die es für 180 Euro zusätzlich am Flughafen zu erweben gibt. Irgendwann kam ich auf die Idee mal abzuchecken was den der Paketversand auf die Seychellen kostet. Und siehe da: 25 kg für 125 Euro mit DHL bei einer Laufzeit von 9-13 Tagen. Na, das waren doch mal gute Neuigkeiten. Da konnte ich nicht nur die 180 Euro für das Sportgepäck sinnvoller einsetzen, sondern auch noch einiges an Ausrüstung voraus schicken, ohne es auf dem Weg vom und zum Flughafen managen zu müssen. Das machte vieles leichter! Schließlich hatte ich ja noch Anton in seinem Buggy dabei.

Das Paket war ca. drei Wochen vorher gepackt und wurde erst zum Zoll für die Ausstellung des INT 3 Formulars gebracht, dann auf der Post ordentlich mit Paketklebeband eingepackt und auf die Reise geschickt. Sowohl Zoll als auch Postbeamte waren sehr hilfreich und löcherten mich natürllich mit Fragen nach dem woher und wohin, die ich gern beantwortete.


Was alles mit muss: Packen, packen, packen:

Zelt

Notfalldecke

Register to read more...

Autor

Autor: Johannes Peschke

Johannes Peschke, Berater in der entwicklungs-bezogenen Bildungs- und Entwicklungszusammen-arbeit, Bad Segeberg, Schleswig-Holstein. Mehr...

Einladung zum Kaffee

Donate using PayPal

Empfehlungen